Prüfungskoje unseres Meisters Rico Kusche

Das war das Ergebnis der Meisterprüfung:
Das ist normalerweise ein Bild

Die Inspiration für die Gestaltung der Koje bildete ein Reise durch das Maleiische Archipel. Die dort vorgefundenen natürlichen Begebenheiten sind assoziiert in die Farb- und Gestaltungskomposition eingeflossen. Die Prüfungsarbeit stellt in Ihrer Gesamtheit einen Inselstrand mit Blick auf das Meer dar.

Als Blickfang ist vordergründig der Sessel auf einen Kreisausschnitt im Bodenbelag gestellt. Dieser bildet den Betrachterstandpunkt des Gesamtbildes und weist zugleich auf den Hauptwertungsteil der Meisterarbeit hin. Er ist mit tigergemustertem Stoff bezogen, womit ein Bezug zur südostasiatischen Fauna hergestellt wird. Der Teppichbelag ist in diesem Bereich ein Shag und stellt den Sandstrand der Insel dar.

Das die Insel umgebende Wasser wird in Form der wellenförmigen Bodenbelagsintarsienarbeit aus Velourteppichbelag dargestellt, welche strahlenförmig nach hinten zuläuft und seine Fortführung in der rautengehefteten Wandbespannung im unteren Drittel der linken Kojenwand findet. Durch die Strahlen wird eine perspektivische Wirkung erzielt, die die Weite des Meeres symbolisiert. Verschiedene Grün- und Blautöne spiegeln die vorgefundenen Farben des inselumgebenden Wassers wieder. An den oberen Abschluß der Rautenheftung schließt sich ein jacquardgemusterter, bemalter, transparenter, auf einen Rahmen gespannter Stoff an. Die dahinter angebrachte, waagerecht geteilte Tapezierung bildet den Übergang zwischen Meer und Horizont.

Die waagerechte Teilung im goldenen Schnitt wird bei der Tapezierung an der hinteren Wand fortgesetzt, wobei die obere strukturgeprägte blaue Tapete wieder den Himmel symbolisert. Durch eine vertikale Trennung der Textiltapete im unteren Bereich in Form eines Kreisausschnittes, wird zum einen die Inselform und zum anderen das Wasser fortgeführt. Die rechte Seite ist mit grüner Leinentapete waagerecht und die linke Seite mit sandfarbener Leinentapete senkrecht tapeziert. Der Übergang zum Himmel wird mit einer Borde verziert. An der rechte Kojenwand wird die Tapezierung weitergeführt, wobei Höhenversatz der horizontalen Teilung erfolgt. Dieser macht zwei Gehrungsschnitte in der Borde erforderlich. Die Wandbekleidung erfolgt ausschließlich in Kleistertechnik.

Die Fensterdekoration besteht aus zwei verschiedengroßen Raffrollos, einem gerafften Seitenschal, einem in Falten gelegten Querbehang und einseitig zentralgerafften Bogen. Die Breiten der Raffrollos, sowie deren Dekorationshöhen verhalten sich im goldenen Schnitt zueinander. Passend zur Gestaltung habe ich himmelblauen Voile gewählt. Den seitlichen Abschluß bildet auf der rechten Seite der geraffte Schal. Der Stoff in Atlasbindung vereint die Hauptfarben des Themas in vertikalen Streifen. Der Querbehang ist mittels Automatikband in Falten gelegt, blau gestaltet und bildet den oberen Abschluß der Dekoration. Er ist bündig an der Decke angebracht, rechts zirka 20 cm nach vorn gestetzt und läuft im spitzen Winkel auf die linke äußere Ecke zu. Die vier weißen Bögen aus dem gleichen Material wie die Raffrollos sind auf eine Messingstange mit Abstand zur Decke aufgeschoben, werden von rechts nach links kleiner und symbolisieren Gewölk. Die Stange verläuft im gleichen Winkel zum Querbehang wie dieser zu den Raffrollos. Durch die räumliche Anordnung der einzelnen Dekorationselemente und deren jeweilige Verjüngung wird die perspektivische Tiefenwirkung des Prüfungsgesamtbildes unterstrichen.